Große und kleine Helfer

Foto: Slawik

Die Weidesaison ist im vollen Gange und die Pferde genießen das saftige Grün. Doch auch wenn die Pferde den ganzen Tag nicht im Stall stehen, wird die Stallarbeit dadurch nicht weniger. Doch zum Glück macht der Fortschritt auch vorm Hoftor nicht Halt und wir dürfen uns über praktische Helfer in Stall, Weide und Halle freuen.

Apropos Hoftor, mit einer Torautomatik lässt sich das Hof- oder Weidetor ganz einfach auf Knopfdruck öffnen und schließen, auch vom Pferderücken aus. Eine solarbetriebene Version, die sogar die Bewegungen in der Toröffnung registriert und sich dann erst wieder schließt, wurde für den Innovationspreis auf der diesjährigen Equitana nominiert. Eine weitere Neuerscheinung, die den Stallalltag vereinfachen soll, sind Futtertröge mit Klickhalterung, die ein einfaches Abnehmen und Säubern zum Beispiel mit dem Hochdruckreiniger ermöglichen. Eine einfache und geniale Idee, die mit Sicherheit Zeit und Nerven spart.

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Weide-Hilfe


Um die Sicherheit auf der Weide zu gewährleisten, ist ein fester Zaun oder ein Stromzaun nötig. Wer mit Strom einzäunt, der kommt um ein Weidestrom gerät nicht drum rum. Diese werden in der Regel durch eine leistungsstarke Batterie betrieben. Zusätzlich gibt es auch Solarmodule, die die Batterie mit Sonnenenergie aufladen. Digitale Weidezaunüberwachungsgeräte stellen eine permanente Überwachung der Zaunanlage dar und melden Störungen im Stromfluss sofort, zum Beispiel per SMS. Außerdem lässt sich bei modernen Geräten die Stromversorgung ein- und ausschalten.

Wer lange Freude an seiner Weide haben will, sollte die Pflege nicht vernachlässigen. Regelmäßiges Abäppeln, etwa alle drei Tage, ist dazu unerlässlich. Je nach Koppelgröße können dabei mit Schubkarre und Äppelboy mehrere Stunden draufgehen. Eine elegante Lösung ist hier der Mistsauger, der mit einer kleinen Zugmaschine über die Weide gefahren wird und auch auf dem Paddock oder Hof eingesetzt werden kann. Auch ist lästiges Herbstlaub ist schnell beseitigt. Zudem hat sich die traditionelle Schleppe bei der Weidepflege bewährt. Sie wird einfach hinter den Radlader oder Trecker gehängt und sammelt den Großteil des Kots auf der Weide ein.


Wenn Pferde 24 Stunden auf der Weide stehen, sind Unterstände zum Schutz vor Wind und Wetter Pflicht. Das sagt auch das Gesetz, jedoch bedürfen feste, permanente Bauten einer Genehmigung. Eine gute Möglichkeit, die Genehmigung zu umgehen, bieten mobile Weidehütten, die auch beim Umweiden einfach mitgenommen werden können. Auch Weidezelte haben sich in der Vergangenheit bewährt. Die Hütten und Zelte bieten nicht nur Schutz vor Wind und Regen, sondern im Sommer auch vor Hitze und Insekten.

Um verletzte oder neue Pferde sicher in der Nähe der Herde zu halten oder an diese zu gewöhnen, empfiehlt sich der Einsatz von flexiblen Zaunelementen.

Ausreichend Wasser ist auf der Weide das ganze Jahr über unerlässlich. Mit speziellen Wassersäcken lassen sich größere Mengen ohne Verluste in der Schubkarre transportieren. Wo die Pferde jedoch Vollzeit auf der Weide stehen, sollte über die Anschaffung eines Wasserwagens mit Selbsttränke nachgedacht werden. Diese lassen sich wie ein Anhänger mit jedem PKW bewegen. Für die Winterzeit gibt es auch frostfeste Tränken.

Matsch und Eis machen Offenstallbetreibern das Leben im Winter besonders schwer. Hat der Paddock keine Drainage, steht der Auslauf schnell unter Wasser. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern begünstigt auch Maukebildung. Mit Paddockplatten kann dem vorgebeugt werden. Die rutschfesten Gummimatten sind langlebig und lassen sich meist per Stecksystem miteinander verbinden. So lassen sich der gesamte Auslauf oder nur bestimmte Bereiche einfach trockenlegen. Das Niederschlagswasser kann durch die Gitterform ungehindert versickern, was Glatteis und Rutschpartien vorbeugt.

Mobile Boxen für flexible Pferdehaltung

In vielen Fällen lohnt sich die Anschaffung von mobilen Boxen. Diese lassen sich nach Bedarf am Stall oder auf der Weide einsetzen. Hier können kranke Pferde auf der Weide im Herdenverband untergebracht werden oder die Stallkapazität spontan erweitert werden. Denn eine bauliche Erweiterung des Stalls ist nicht nur zeit- sondern auch kostenintensiv. Großes Plus: Die Boxen sind transportabel und somit immer wieder neu einsetzbar oder weiter zu verkaufen. Die Hersteller am Markt bieten die Boxensysteme in verschiedenen Materialien und Bauweisen an, die nach Bedarf beliebig erweiterbar sind.

Von klein und leicht bis groß und motorisiert, die Schubkarre gehört auf jeden Pferdehof. Foto: Slawik

Stall-Hilfe


Sauberkeit im Stall ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Gesundheit. Denn wer Stallgasse und Hof frei von Futter- und Mistresten hält, hat in der Regel weniger Probleme mit Ungeziefer und Nagern. Also hilft nur der Griff zu Besen und Schaufel. Wer Zeit und Kraft sparen will, sollte über die Investition in eine Kehrmaschine nachdenken. Die verschiedenen Modelle reichen von Handbetriebenen bis zu Anbaugeräten, die mit wenigen Handgriffen am Hoflader oder Gabelstapler befestigt sind.

Wer die Pferde in Boxenhaltung mit ausreichend Heu versorgen will, muss täglich mehrere Ballen bewegen. Dazu eignet sich der Hoflader oder ein Gabelstapler, aber auch spezielle Sackkarren für Quaderballen oder Rundballenabwickler. Der Rundballen wird dabei mit dem Traktor auf den Rundballenabwickler gesetzt und kann dank der Rollen händisch bewegt werden. Außerdem ist die Platte, auf der das Heu aufliegt drehbar, was ein leichtes Abrollen ermöglicht.

In moderneren Stallanlagen wird auf flexible Boxensysteme gesetzt, die sich zum Misten mit dem Trecker oder Hoflader zusammenschieben lassen. So werden Muskelkraft und Zeit gespart. Eine Investition, die sich schnell amortisiert, wenn eine Person so über 40 Boxen an einem Vormittag misten kann. Übrigens gibt es die Hoflader mittlerweile auch mit Elektromotor, das schont nicht nur die Umwelt, sondern verhindert auch den unangenehmen Dieselgestank, der sich teilweise über Stunden in der Stallgasse hält.

Mit motorisierten Mistkarren und extraleichten Mistgabeln und Äppelsammlern aus Aluminium oder langlebigem Plastik kann auch in festen Boxenanlagen für Erleichterung bei der Stallausmistung gesorgt werden. Motorisierte Mistkarren ersparen nicht das Misten von Hand, erleichtern das Schieben und Entleeren des Mistes aber ungemein. Außerdem können sie durch die motorisierte Unterstützung schwerer beladen werden. Dies schont die Gesundheit der Mitarbeiter und steigert so die Effizienz des Unternehmens. Die motorisierten Schubkarren sind sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektromotor erhältlich.
Und auch Bollengabeln werden mittlerweile in elektrischer Form angeboten. Ein kleiner Motor im Stiel bringt die Gabel auf Knopfdruck zum Vibrieren, dadurch werden Äppel und Einstreu zuverlässig voneinander getrennt. Der ebenfalls im Stiel befindliche Akku kann ganz einfach mit einem Kabel an der Steckdose aufgeladen werden. Diese vibrierenden Mistgabeln eigenen sich auch hervorragend zum Absammeln auf dem Reitplatz. Durch die Trennung von Sand und Bollen, wird die Mistkarre zum Abtransport leichter und weniger Sand aus der Tretschicht des Reitbodens geht verloren.

Weniger Einstreu und einfaches Misten versprechen Hersteller von Gummimatten für die Box. Die Polster sind rutschfest und bieten dem Pferd eine weiche Unterlage zum Schlafen und Stehen, was zum Beispiel Pferde mit Beinarthrose Linderung bringt.  Ganz auf Einstreu sollte man hier aber nicht verzichten, da die Gummimatte keine Flüssigkeiten aufsaugt.

Turnierhelfer auf Rollen

Wer oft auf Turniere fährt, räumt seinen Sattelschrank oft ein und aus. Mit einem mobilen Sattelschrank auf Rollen kann dem ein Ende gesetzt werden. Mit der Feststellbremse ist der Rollschrank im Stall zu benutzen wie ein normaler Sattelschrank, zum Turnier wird er dann einfach zusammen mit dem Pferd auf Transporter oder Anhänger geladen.


Aufstiegshilfe: Dem Pferd zur Liebe

Um den Pferderücken und den Reitsattel zu entlasten sollte kein Reiter ohne Aufsteighilfe in den Sattel steigen. Neben den klassischen Trittleitern gibt es auch Aufstiegshilfen, die sich aus der Bande ausklappen lassen. Damit auf dem Turnierplatz nicht der Begleiter als Räuberleiter dienen muss, gibt es sogar zusätzliche Stützen, die sich an der Anhängerklappe montieren lassen und diese zu einer sicheren Erhöhung machen. 


Jeder Boden muss anders gepflegt werden, darum gibt es dutzende Anhängewerkzeuge auf dem Markt. Foto: Equipics

Bodenpflege: Eine Wissenschaft für sich


Es gilt die Devise: Wer lange Freude an seinem Reitboden haben will, äppelt ab. In einigen Reitställen gibt es für Versäumnisse oder das Durchreiten der Hinterlassenschaften empfindliche Strafen.
Doch die Pflege des Bodens sollte noch weit über das Bollensammeln hinausgehen. Je nach Aufbau des Bodens gibt es zwei Varianten von Bahnplanern. Der Rahmenplaner ist vor allem für Sandböden geeignet und der Striegel-Walzenplaner wird für Böden mit Vlies-/Sandgemisch verwendet, mit Ausnahme von selbstentwässernden Böden.

Der Rahmenplaner ist meist mit Federzinken und einem Planschild ausgestattet, somit wird der Boden gleichzeitig aufgelockert und glattgezogen. Böden mit dünnen Tretschichten und Sandböden sollten mit Reitbahnschleppen, die nur die oberste Schicht begradigen, bearbeitet werden. Hier gibt es Modelle, die über einen Bandenräumer verfügen. Hufschlagplaner gibt es auch handbetrieben. Die Geräte werden einfach wie ein Handwagen gezogen und sorgen schon nach einer Runde für einen ebenen Hufschlag. Reitbahnwalzen können auf jeder Art von Boden benutzt werden. Sie bestehen in der Regel aus drei Elementen: Striegelzinken, Planschild und einer Walze, die den gelockerten und geebneten Boden wieder andrückt. Die Bodenpflegegeräte lassen sich praktischer Weise mit dem Trecker oder Hoflader verwenden.

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