Lebenselixier Wasser

Fotos: Inga Dora Meyer

Pferde brauchen Wasser zum Leben – und das rund um die Uhr in sauberer und einwandfreier Qualität. Dafür bietet der Markt verschiedene Tränksysteme an. Orientieren sich Halter beim Kauf vor allem am natürlichen Trinkverhalten, können sie bereits bei der Wasserversorgung viel für die Gesundheit ihrer Vierbeiner tun.


Eine chemische Verbindung aus Sauerstoff und Wasserstoff ist für Pferde lebensnotwendig: H2O, besser bekannt als Wasser. Nur damit funktionieren Verdauungstrakt, Stoffwechsel und Thermoregulation optimal. Doch jeden Tag verlieren die Vierbeiner die Flüssigkeit über die Haut (Schweiß), das Euter (Milch), die Nieren (Harn), den Darm (Kot) und die Lunge (Atemluft). Die größte Menge scheiden sie dabei als Harn aus (durchschnittlich etwa 1 bis 2 Liter Wasser je 100 Kilogramm Körpergewicht). Der Wassergehalt des Kotes variiert zwischen 60 und 80 Prozent. Pro Tag sind das etwa 0,3 bis 3,5 Liter je 100 Kilogramm Körpergewicht. Auch mit dem Schweiß schwindet viel Wasser aus dem Pferdekörper – besonders bei hoher Arbeitsleistung an heißen Tagen. Schwitzt ein Pferd von 600 Kilogramm leicht, verliert es circa 1 bis 4 Liter. Schwitzt derselbe Vierbeiner schwer, sind es bereits 10 bis 12 Liter.

 

Diese Verluste müssen durch die Aufnahme von Wasser wieder ausgeglichen werden. Wie viel Pferde aber tagtäglich trinken, kann nicht pauschal beantwortet werden. Zu viele verschiedene Faktoren spielen hierbei eine Rolle, darunter Alter, Größe, Rasse, Temperament, Arbeit, Art, Menge und Qualität des Futters, Gesundheitszustand, Umgebungstemperatur, usw. Bekommen sie beispielsweise viel Gras zu fressen, das zwischen 70 und 90 Prozent Feuchtigkeit beinhaltet, ist der Durst geringer als bei einer Ration mit hohem Heuanteil. Als grober Durchschnittswert wird für mittelgroße Vierbeiner der Verbrauch von etwa 30 Liter Wasser täglich angegeben.

 

Bezüglich der Trinkfrequenz gibt es klarere Aussagen. Die Tiere suchen im Jahresmittel zwei- bis dreimal am Tag die Tränke auf. In den warmen Sommermonaten ist die Trinkfrequenz erhöht und kann sogar bis zu zweimal je Stunde betragen. Im Stall gehaltene Pferde nehmen Wasser am häufigsten vor und nach den Mahlzeiten zu sich. Wildlebende Artgenossen wandern in der Regel nur einmal, spätestens jedoch an jedem zweiten Tag, zu ihrer Wasserquelle, wofür sie mehrere Kilometer zurücklegen. Befindet sich das kühle Nass in der Nähe, trinken aber auch sie mehrmals täglich kleine Mengen. Dabei bevorzugen die Vierbeiner, ebenso wie unsere Hauspferde, frisches, sauberes und im Geschmack sowie Geruch neutrales Wasser von 9 bis 12°C. Um an die Flüssigkeit zu gelangen, strecken sie Kopf und Hals nach unten und pressen Ober- und Unterlippe fest zusammen, wobei lediglich eine kleine Öffnung frei bleibt. Durch diese wird das Wasser in großen Zügen eingesogen und unter Kaubewegung abgeschluckt wird.

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