Was nix kostet ist auch nix!

Pferde auf die Weide führen lassen, die Box täglich misten lassen, das Pferd vom Stallpersonal Putzen und Satteln lassen – wer Sonderwünsche hat, muss dafür im Pensionsstall extra zahlen. Doch das ist vielen Besitzern ein Dorn im Auge. Schließlich haben sich die Pensionskosten in den letzten Jahren bereits deutlich verteuert. RM-Autor Mario Zittrich präsentiert eine aktuelle Rechnung und erklärt, warum Zusatzleistungen durchaus gerecht bezahlt werden sollten.

Ihre Leidenschaft zu Pferden ist für Ursula Kohlscheidt in den vergangenen 20 Jahren zum mit Abstand teuersten Hobby geworden. Eine Entwicklung, welche die Gymnasiallehrerin so nie erwartet hatte. „Als Studentin habe ich mir damals den Traum vom eigenen Pferd erfüllt und habe mir eine Jährlingsstute gekauft“, erzählt die 46-jährige aus der Nähe von Osnabrück. Wichtig war Ursula Kohlscheidt dabei von Beginn an, dass ihr Pferd in einem Offenstall untergebracht war und auch an Tagen, in denen sie es selber nicht in den Stall schaffte, genügend Weidegang erhielt und vom Stallpersonal auf die Koppel geführt wurde.„1997 habe ich monatlich 400 Mark für die Vollpension bezahlt. Darin waren neben der Offenstallbox mit täglicher Einstreu, drei Mal täglich Kraftfutter und Heu, sowie die Reithallen- und Reitplatz-Benutzung und die Benutzung des Solariums enthalten. Diesen Service bekomme ich heute nicht mehr für unter 500 Euro“, so Ursula Kohlscheidt. Dabei muss bei ihrer inzwischen 20 Jahre alten Stute inzwischen auch immer öfter mal der Tierarzt nach dem Rechten sehen. Kosten, die ebenfalls ein Loch in die Kasse reißen, aber von immer neuen Extra-Kosten im Pensionsstall noch getoppt werden. „Inzwischen gibt es in unserem Stall, in dem ich vom ersten Tag an mit meiner Stute stehe, eine seitenlange Preisliste für zusätzliche Service-Leistungen“, berichtet Kohlscheidt. Während der Führdienst zur und von der Weide bereits seit langem extra vergütet wird, muss inzwischen auch das Eindecken im Winter, das Anlegen von Weidegamaschen, das Auskratzen der Hufe und sogar die Verabreichung von Medikamenten zum Futter bezahlt werden. „Klar: wer ein Pferd hat, muss sich bewusst darüber sein, dass hohe Kosten auf den Halter zukommen, aber die Preisexplosion ist dramatisch und die Versorgung der Pferde durch ungelernte Hilfskräfte nicht wirklich beruhigend“ erzählt Ursula Kohlscheidt von ihren Erfahrungen.


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