Klonen: Rusty aus dem Reagenzglas

E.T. sprang unter Hugo Simon 3,2 Millionen Euro zusammen. Sein Erbmaterial ist zu haben, obwohl er Wallach ist, denn seit 2009 steht sein Klon im Deckeinsatz und Tiefgefriersperma wird weltweit für rund 500,- Euro pro Portion verschickt. Der Klon hat bereits 15 gesunde Nachkommen gezeugt. Auch Hugo Simon, der seinen Springstar Anfang 2013 einschläfern lassen musste, hat eine Stute von E.T.s Klon besamen lassen.

Seit 15 Jahren werden in Europa Pferde geklont. Damit soll das Genmaterial kastrierter oder bereits verstorbener Tiere für die Zuchtwelt gesichert werden. Aktuell leben mehrere hundert Pferdeklone weltweit, sechs Klonhengste stehen bereits im Deckeinsatz und die ersten Genkopien weisen eigene Sporterfolge auf.

Mit Dolly fing alles an. Als schottische Wissenschaftler 1996 ein Schaf klonten, ging ein Aufschrei um die Welt. Besonders makaber war, dass das Spendertier bereits tot war – Dolly war also eine Art Zombie. Es folgten Mäuse, Kaninchen, Hunde, Ziegen, Mulis… und irgendwann auch das erste Pferd: 2003 kam in Cremona/Italien das Haflingerfohlen Prometea zur Welt. Sie wurde ausgerechnet nach Prometheus benannt, der den Göttern das Feuer stahl, um es den Menschen zu geben.

Die Stute, die das Fohlen austrug, war auch Lieferant für das Erbmaterial – sie trug also ihre eigene Zwillingsschwester aus. Prometeas Schöpfer waren hingegen die Wissenschaftler aus dem Team um Dr. Cesare Galli vom Laboratorio di Tecnologia della Riproduzione (LTR). Sie entnahmen Tierkadavern in einem Schlachthaus Hunderte Eizellen, kultivierten sie und ersetzten das Erbgut durch die DNA aus Hautzellen erwachsener Pferde. Die Ausbeute war mager: Aus 841 rekonstruierten Eizellen entstanden innerhalb einer Woche lediglich 22 Embryonen. Nur ein Fötus entwickelte sich schließlich zu einem Fohlen.

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