Cushing: Wenn Hormone verrückt spielen

Noch vor einigen Jahren galt das Equine Cushing Syndrom (ECS) bei Pferden als selten auftretende Krankheit. Häufig wurde die Erkrankung als solche nicht erkannt und die typischen Symptome als natürlicher Alterungsprozess abgetan. Mittlerweile wird ECS aber immer häufiger diagnostiziert, man geht sogar davon aus, dass etwa jedes fünfte ältere Pferd betroffen ist.

Trotz aller neuen Erkenntnisse ist ECS aber noch immer recht schwer eindeutig zu erkennen, was an den individuell sehr unterschiedlich auftretenden klinischen Symptomen liegt. Bei ECS handelt es sich um eine Dysfunktion der Hirnanhangdrüse, der sogenannten Hypophyse. Letztere steuert die Funktion zahlreicher Hormondrüsen des Körpers wie beispielsweise Nebennierenrinde, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse und Geschlechtsdrüsen. Mittels dieser Hormonproduktion werden beim gesunden Pferd wichtige Körperfunktionen im Gleichgewicht gehalten. Kommt es jedoch zu einer Fehlsteuerung der Hypophyse, führt dies zur ungeregelten Hormonproduktion, insbesondere des Hormons ACTH und körpereigenem Kortisol. Der gesamte Stoffwechsel wird durcheinander gebracht und die „Kontrollzentrale“ für viele lebenswichtige Funktionen gerät aus den Fugen. Betroffen ist vor allem die mittlere Hypophyse, die mithilfe des Botenstoffs Dopamin normalerweise dafür sorgt, das Hormon ACTH in der richtigen Menge zu produzieren. In der Folge kann es zu einer Vergrößerung der Hirnanhangdrüse  sowie zur Entstehung von gutartigen Tumorzellen (Hypophysenadenom) kommen, oft verschlechtert sich auch der Blutzuckerspiegel bis hin zu Insulinresistenz (Diabetes).

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