Ausbildungsserie Teil I: Conny Endres

Ob Turniereinsteiger oder ambitionierter Amateur – in Prüfungen werden häufig dieselben Fehler gemacht. In einer dreiteiligen Serie mit den Pony-Bundestrainern der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit werden typische Probleme angesprochen und erklärt, wie man diese vermeiden kann. Den Anfang macht Pony-Bundestrainerin Cornelia Endres, die Kleinigkeiten im Blick hat, die aber viele Punkte im Viereck kosten können: Schritt, Schrittpirouetten, Volten, richtiges Einreiten, Halten und Grüßen, Übergänge...

 

Der Schritt

Problem: Schritttouren werden häufig als Pause zum Ausruhen genutzt und dadurch wichtige Punkte verschenkt.

 

Mittelschritt ist das Tempo, das von A bis zu den höheren Klassen in jeder Prüfung verlangt wird. Ein klarer Vier-Takt ist hier ganz wichtig, raumgreifend soll er sein, fleißig, mit gedehntem Hals und dabei mit sicherer Anlehnung. Die Steigerung ist der starke Schritt. Hier sollen die Schritte noch raumgreifender werden, die Hinterbeine sollten deutlich über die Spur der Vorderhufe hinausfußen. Um dies zu erreichen, lässt der Reiter aus der Hand und aus dem Arm die Dehnung und auch die Nickbewegung des Pferdes zu. Wenn ich dann wieder zurückführe in den Mittelschritt, ist es wichtig, dass die Übergänge fließend kommen und man in der Vorwärtstendenz bleibt.


Schrittpirouetten

Problem: Schrittpirouetten werden häufig nicht sorgfältig genug vorbereitet und werden nicht zentriert ausgeführt.

Kurzkehrtwendungen aus dem Mittelschritt werden bis Klasse L und in einigen M-Aufgaben geritten, danach folgen in den Prüfungen die Schrittpirouetten aus dem versammelten Schritt. Voraussetzung für beides ist, dass der Schritt erst einmal aufgenommen werden kann.

Ich starte mit einer Viertelpirouette als Vorarbeit für eine halbe Pirouette. Dabei beginnt man gedanklich mit der Schulter als Einleitung, die Schulter wendet um das innere Hinterbein, der Reiter ist mit seinem Oberkörper parallel zur Schulter des Pferdes. Der innere Schenkel treibt, das innere Hinterbein fußt vor und wichtig ist, dass das Genick oben bleibt.

Wenn die Pirouette zwischen M und H wie in der Aufgabe geritten wird, muss die Ecke genutzt werden, um Biegung und Stellung vorzubereiten, am inneren Schenkel geht es durch die Ecke, man holt sich damit das innere Hinterbein. Ich sorge dafür, dass das Pferd am inneren Zügel loslässt, die äußere Wade verwahrt und wendet jetzt, die Hände bleiben vorne. Die innere Hand bleibt außerdem leicht in der Pirouette, weil der innere Hinterfuß nur aktiv bleiben kann, wenn die innere Hand das zulässt.

Ganz wichtig auch, dass in der Pirouette immer die leichte Vorwärtstendenz erhalten bleibt, auch wenn sie eigentlich zentriert am Platz ausgeführt wird. Der eindeutig kleinere Fehler ist, wenn die Pirouette etwas zu groß angelegt ist. Gar nicht will man sehen, wenn das Hinterbein haftet oder gar Rückwärtstendenz erkennbar ist.

Oberste Priorität bei all dem hat die Erhaltung des Viertakts, denn die Pirouette ist keine neue Gangart, sondern eine Wendung im Schritt.

 

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